CONCERTS

The Burning Hell | Nick Ferrio

12.12. | musa | 20.00 Uhr

© Jonathan Briggins

THE BURNING HELL sind inzwischen wahrlich keine Unbekannten mehr in Göttingen. Auf vielen verschiedenen Bühnen brachten sie bereits die – größere oder kleinere – Menge zum Toben – zuletzt im Sommer 2015 auf der obscure-Sommerbühne im Dots-Innenhof. Nun kommen sie erstmals in die musa und es ist endlich Platz für alle, die sie hören wollen!!
The Burning Hell ist das Alter Ego des kanadischen Songwriters Mathias Kom. Um ihn herum scharte sich seit 2007 eine zunächst lose, handverlesene Gruppe von Musikern, mittlerweile, seit ihrem 2013er Album "People" (BB*ISLAND/Cargo) hat sich daraus eine feste Band geformt. Kom sprechsingt (oder ist das schon Rap?) in schönstem Bariton, und gibt damit klar den Rhythmus der Songs vor. Musikalisch ist das eine Art Folk-Pop-Indie-Rock, in klassischer Rockbesetzung, inklusive leadgitarrist. Ein charakteristisches Extra beim Sound von The Burning Hell ist Ariel Sharratt's Klarinette. Das INTRO Magazin hat es mal als "Rumpel-Indie-Stadionrock und Schokokuss-Armageddon" beschrieben, und meint weiter: "Früher nannte das die Regierung Schröder noch Antifolk. In jedem Fall hat man es hier mit einer fantasievollen Haus-Party zu tun, die vom Geist der beteiligten Künstler (..) sehr gut lebt."

Die Texte, wundersam-poetisch und humorig, sind voll scharfsinniger Beobachtungen, "a lesson in wit and nuance" urteilt das englische UNCUT Magazin. Und die Kollegen von Q nennen Kom einen People's Poet, mit einer Weltsicht, die uns wissen läßt, daß gelegentlich auch die Guten gewinnen. Ein

charakteristisches Extra gibt's auch bei den Texten: immer wieder auftauchende Pop(star)referenzen - ob diesmal Jean Beaudrillard mit Public Enemy rappt, Elvis Presley Hand in Hand mit Michael Jackson im moonwalk-modus dem Ende zustrebt, oder ein nahezu vergessenes one-hit-wonder wie Men Without

Hats als Katalisator jugendlicher Pop-Initiation herhält. War ihr letztes Bandalbum "People" noch verschiedenen Typen gewidmet, vom "Industrialist" über den "Travel Writer" bis zum "Amateur Rapper", steht auf „Public Library“ jeder der wortreichen Songs für eine Literatur-Sparte. Ordnung muss sein. Die Songs als Shortstories auszugeben bringt Kom's ausnehmende Qualität als wortgewandten Geschichtenerzähler mal wirklich auf den Punkt. Da gibt’s einen Krimi, eine Musikerbiographie. Eine Liebesroman darf nicht fehlen, aber auch Science Fiction nicht...

Musikalisch ist es etwas ruppiger, rumpeliger als der Vorgänger - gleichzeitig gibt’s mehr Oppulenz und Variation auf der Bläserseite (Ariel). The Burning Hell bleiben weiterhin empfohlen für Freunde der besten Momente von The Wave Pictures, Adam Green, Jonathan Richman, Jeffrey Lewis etc. Und für alle Freunde von The Burning Hell, von Mathias' markanter Bariton-Stimme, seinem scharfsinnigen Humor. Und dem beherzten, mitreißenden Verve mit dem die Band gerade in letzter Zeit live aufspielt.
Jetzt ist die Band wieder in ihrem natürlichen Habitat - dem Tourbus anzutreffen. Seit den Anfängen touren sie ausgiebig, spielen mit großem DIY-Ethos in Wohnzimmern, Bars, Clubs oder einer Nervenheilanstalt in der französischen Provinz. Selbst einen Weltrekordversuch haben sie hinter sich: 10 Konzerte in 10 Ländern innerhalb von 24Stunden. Ölt eure Stimmern, möge die Show beginnen!

 

"Kom doesn't try to create moments that are bigger then life. No,he focusses on life most basic elements combine in wonderful, magical reactions.Through Kom's eyes we see life is for the living, not for the dreamers. The real rewards come from finding the hidden beauty in what we have, who we are and who we meet, not in what we desire"

- Herohill, CA

“Canada’s The Burning Hell write the kind of literate, funny, catchy

songs that makes you want to learn all the words and shout them

passionately back in their faces.”

Drowned in Sound

 

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Support: Nick Ferrio

 

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Mo., 12.12.2016, 20.00 Uhr

musa

VVK 12 // AK 15 // KT (10€ Rabatt)

About Songs Christmas Tour:

Torpus & The Art Directors | Barbarism | Dino Joubert

13.12. | Nörgelbuff | 21.00 Uhr

© Devil Duck Booking

ABOUT SONGS CHRISTMAS TOUR

 

Die About Songs Christmas Tour versüßt uns dieses Jahr schon zum sechsten Mal die Vorweihnachtszeit! Die Schweden von Barbarisms (Duo) und Dino Joubert (Solo) sind dieses Jahr unterwegs – und die Hochkaräter Torpus & The Art Directors in Duo-Besetzung machen das Line-Up komplett.

Wer noch nicht Teil der About Songs Christmas Tour war, dem sein in kurzen Worten erläutert, worum es geht. Drei Acts gehen gemeinsam auf Tour und spielen gemeinsam Songs aller Beteiligter, so dass alle fünf Musiker quasi permanent auf der Bühne stehen. Klar müssen sie sich dazu vorher ein paar Tage zum Proben im Studio einschließen und sie dürfen dann auch jeweils ein kleines ‚Solo-Set’ zum Besten geben. Im Vordergrund aber steht das gemeinsame Musizieren.

Was hat das alles mit Weihnachten zu tun? Textlich inhaltlich (zum Glück) gar nicht allzu viel, abgesehen davon, dass der Zeitraum vorweihnachtlich anmutet und ein bisschen winterliche Gemütlichkeit mit Keksen und Sternen garantiert ist (wie ihr aus den letzten Jahren wisst). Keine Weihnachtslieder, keine Sorgen! Außer natürlich, die drei diesjährigen Acts zaubern auch eine feierliche Single zur Tour aus ihrem Gabensack...

 

Torpus & The Art Directors

Wunderschön arrangierter Indie-Folk aus dem Norden. Durch das aktuelle Album zieht sich eine Entspanntheit die mehr nach Americana als nach Folk klingt. Sie haben es geschafft, mit Hilfe vieler toller Einflüsse ihren eigenen Sound zu finden und man spürt, dass da noch viel Potential schlummert – der Tiger ist gerade erst wach geworden.

Der Sound der Band ist geprägt vom Spannungsbogen zwischen Natur und Niemandsland auf der einen Seite, dem urbanen Leben und die in Altona, Schanze und St.Pauli zu beobachtenden Menschen auf der anderen Seite. Die markante, leicht raue Stimme, wunderschöne, relaxte Melodien, die Liebe zum Detail und die natürliche Leidenschaft, mit der die Musiker ihre Stücke auf die Bühne bringen, lassen einen bei Konzerten nicht mehr los. Das haben sie auch schon in Göttingen bewiesen!

 

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Barbarisms

Auf nach Schweden! Wobei, so ganz der Wahrheit entspricht es nicht, denn

Sänger/Gitarrist Nicholas Faraone ist US-Amerikaner, der über die Stationen New York, Virginia und Paris den Weg nach Schweden fand, wo er nun schon seit einigen Jahren lebt.

„Browser“ ist das zweite Album des Trios und erforscht, wie humorvoll wir in Zeiten der Verzweiflung sein können und stellt die Frage, über wie viel Verlust wir lachen können, bevor die Stimme unseres Herzens uns fremd wird?

Musikalisch wird durch entspannte Melodien und warme Gitarren eingeladen, in die lyrische Tiefe einzutauchen. „Browser“ kann ein guter Begleiter in Zeiten persönlicher Krisen sein oder wenn man einfach auf melancholische Momente steht. Barbarisms mögen im Speziellen Leute ansprechen, die ihren „Graham Parsons meets Galaxy 500 – Touch“ mögen, ganz allgemein solche, die sich gerne in grandios schwelgerische Melodien verlieren wollen.

 

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Dino Joubert

Als der amerikanische Songwriter Elliott Smith im Jahr 2003 verstarb, war Dino Joubert aus dem beschaulichen Soest gerade mal 14 Jahre alt. Zehn Jahre später klingt Joubert nun selbst ein bisschen wie sein großes Idol. Auf seinem Debut-Album „When A Horse Loves A Unicorn“, das im Spätsommer 2012 erschienen ist, zupft er vorsichtig an den Saiten seiner Gitarre.

Manchmal gibt es auch ein bisschen Klavier oder dezente Elektronik. Jouberts äußerst gefühlvolle Lieder sind kleine Momentaufnahmen, er singt von der Liebe und den großen Fragen des Lebens. Wobei singen fast übertrieben ist. Eigentlich haucht Joubert eher, ganz vorsichtig, aber genau das lässt seine Songs so intim und anmutig klingen.

 

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Di., 13.12.2016, 21.00 Uhr

Nörgelbuff

VVK 10 // AK 12 // Kulturticket

Castus

10.01. | Nörgelbuff | 21.00 Uhr

Post Pop "Guitar Eros" made in Brüssel, Cédric Castus kommt das erste Mal nach Deutschland – mit seinem dritten Album unter dem Arm: „Orca“ (Matamore Recordings) ist mächtig, verspielt und filmisch. Der Titel nimmt Bezug aud Michael Andersons Horrorfilm „Orca“ (1977).

 

Eine phantasmagorische Welt, die die instrumentale Arbeit von Ratatat und Tortoise heraufbeschwört, Soundtracks von John Barry und andere Filmmusik, die wir aus dem TV kennen. Umgeben von Mitgliedern von Hoquets, Le Colisée, Françoiz Breut und Girls in Hawaii liefert uns Castus seine bunten Instrumentalstücke zwischen experimentellem Rock und modernem Pop.

 

In ihrem kreativen Labor führen die Musiker die Klänge ihrer Gitarren mit ungewöhnlichen Geräten und Effekten auf abseitige Nebenstraßen. Ein Milchaufschäumer, Quitscheentchen oder eine verzerrte Stimme setzen ungeahnte Musikalität frei. Beim Hören ihrer Musik fühlt man sich an eine Art tropischen Post Rock erinnert, ein wenig so, als hätte Mogwai in Lissabon einen Sonnenbrand bekommen.
 

In verschiedenen Projekten haben die Bandmitglieder mit Sean O'hagan (High LLamas), Charlie Francis (R.E.M), John McEntire (Tortoise), Kate Stable (This is the Kit), Sam Genders (Tunng) und Françoiz Breut zusammengearbeitet. Sie tourten durch Portugal, Italien und Frankreich und waren Vorband von Girls in Hawaii, Matt Elliott, Tortoise, The Sea and Cake. Ihre musikalischen Einflüsse reichen von Fred Frith à Tom Zé, Marc Ribot bis Arto Lindsay.

 

castus.be

live im Waschsalon

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Di., 10.1., 21 Uhr

Nörgelbuff

VVK 7 // AK 9 € // Kulturticket

Der Herr Polaris

20.01. | Nörgelbuff | 21.30 Uhr

© Gerald Von Foris

Hallo und Willkommen in der begleitenden Produktinformation zu „Mehr innen als außen“, dem zweiten Album des Herren Polaris, zugleich das erste, welches der Augsburger auf seinem erklärten Lieblingslabel veröffentlichen kann. Womit jetzt also zusammenkam, was offenbar zusammen gehörte. Und das nicht nur, weil Bruno Tenschert, wie der Herr Polaris abseits der Bühne heißt, schon als Musikkonsument das Label und seine Künstler enorm schätzte. Hört man sich Tenscherts Idee von zugänglicher, dabei aber gern auch lustvoll versponnener, mal ätherisch schwebender und dann wieder angriffslustig polternder, allemal stets eigenwillig zu Ende gedachter Musik mit deutschen Texten an, ist es kein kompletter Zufall, dass er gerade jetzt beim Grand Hotel van Cleef veröffentlicht.

 

Im Prinzip ist die Sache klar: Mit „Mehr innen als außen“ liefert der Herr Polaris eine Platte voller melancholisch-sehnsüchtiger Kleinode, die man in ihrer klar akzentuierten Schlichtheit und textlichen Genauigkeit sofort aufzunehmen meint, dabei aber nach und nach so viele Subtexte und Nuancen entdeckt, dass man besser gar nicht erst von einer weiteren Indie- oder NeoFolk-Entdeckung zu sprechen beginnt.

 

Umso mehr freute sich Bruno Tenschert über den Vorschlag, ihn in diesem Begleittext also Liedermacher zu nennen. „Nicht weil ich mich von anderen Songwritern krampfhaft abgrenzen möchte“, sagt er, „sondern weil in dem Singer-/Songwriter-Stempel gleich so viele klangliche und inhaltliche Trademarks mitschwingen, die ich nun gerade zu vermeiden versuche.“ Gilt nicht minder für seine Musik: Sie ist in gleicher Weise schlicht und komplex, einladend und warm, aber ebenso ungewöhnlich und herausfordernd, unkonventionell zu Ende gedacht, aber trotzdem auf den entscheidenden ersten Blick einladend zutraulich. Die meisten Songs von Herrn Polaris kommen mit wenigen Einzelzutaten daher und durchliefen eine ganze Reihe von Stadien. Je nach Song und seinem Thema dürfen im Hintergrund auch gern unterschwellige Klangtexturen ätherisch durch die Räume mäandern oder lustvoll unkontrolliert kurz nach vorne toben - hauptsache, sie verändern nicht das Wesen eines Stücks.

 

So ist etwa die, für eine solche Platte eher ungewöhnliche, Grundinstriumentierung aus Gitarre, alten Keyboards, dezentem Schlagwerk, Vibraphon und Flügelhorn keine von langer Hand entwickelte Vision einer Klangästhetik, sondern „schlicht die Folge, dass wir eben genau diese Besetzung bei den Proben hatten, als ich anfing, Songs für das neue Album zu schreiben“, erzählt er. Bruno Tenschert betrachtete die Gegebenheiten in aller Ruhe, ergänzte und nahm wieder raus, arrangierte einen Song mal als angriffslustugen Indierocker, dann als zaghaft dahin getupfte Piano-Ballade – um am Ende ein Album zu erreichen, das sehr homogen wirkt, obwohl am Ende jeder Song einen unverwechselbaren Klang-Charakter trägt. Was das Spielen mit Nuancen, Akzenten und ausformulierten Eigenheiten angeht, ist Bruno ein echter Sprachgigant. Der selbst die große Kunst von Verknappung und Verdichtung ausgezeichnet beherrscht.

 

Zeit für die Entwicklung besaß Tenschert bei diesem Album mehr als ausreichend. Denn der Traum vom Profi-Musiker wurde längst ausgeträumt, zum Ende der Nullerjahre, als sich Tenscherts damalige Formation Die Herren Polaris auflöste. Auch Tenschert fand einen erfüllenden Job, den er auch jetzt noch betreibt, als Streetworker mit Jugendlichen. Die Musik aber ließ ihn nicht los – und wird es, so weiß er inzwischen, auch niemals tun: „Nur durch die Musik gelingt es mir, so viel Freude an meiner Arbeit zu haben, und ohne die Arbeit könnte ich nicht so Musik machen, wie ich das möchte. Diese zwei Welten werden bei mir immer koexistieren, sonst würde ich defintiv eingehen.“

 

Wechselseitig ist auch seine Musikersituation in Augsburg: Mit ein paar Freunden schuf er sich dort einen Platz für ihre kreative Welten: Das Albert Matong Atelier für Musik, das praktischerweise direkt über dem Studio seines „Geschmackspolizisten und persönlichen Stilberaters“ Michael Kamm liegt. Kamm produzierte schon Tenscherts erstes Solo-Album, „Drehen und Wenden“, und ist ihm bis heute der erste und auch unverblümteste Rückmelder auf alles, was der Herr Polaris so schreibt und tut.

 

Nun, Ehrlichkeit tut manchmal weh, ist aber unverzichtbar auf einer künstlerischen Reise, die zu einem ganz konkreten Kern vordringen will. Darum geht es dem Herrn Polaris mehr als alles andere, aus diesem Grund macht er weiter mit der Musik: um etwas zu veröffentlichen, das man in Ausgestaltung und seinem ganzen Wesen als etwas erkennt, das Relevanz besitzt und Dringlichkeit atmet.

 

derherrpolaris.de

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Fr., 20.1., 21.30 Uhr

Nörgelbuff

VVK 7 // AK 10 € // Kulturticket